Folge 2: Warum Selbstführung der Schlüssel zu guter Führung ist

Shownotes

Der Druck in der modernen Arbeitswelt ist hoch:
Informationsflut, Arbeitsverdichtung und permanente Erreichbarkeit bringen viele Führungskräfte an ihre Grenzen.

Doch was passiert, wenn du deine eigene Belastung nicht mehr im Blick hast?

In dieser Folge des Healthy Leadership Podcasts sprechen Jasmin Pour und die Psychologin Dr. Miriam Fritsch-Kümpel über ein reales Fallbeispiel aus der Coachingpraxis:

Eine Führungskraft gerät unter starken Druck, verliert den Blick für sich selbst – und damit auch für ihr Team.

Du erfährst unter anderem:
• warum Stress in der heutigen Arbeitswelt anders wirkt als früher
• wie Überforderung dein Führungsverhalten verändert
• weshalb Selbstführung die Grundlage gesunder Führung ist
• welche einfachen Strategien dir helfen, wieder mehr Klarheit und Energie zu gewinnen

Eine Folge über den Zusammenhang zwischen persönlicher Balance, Führungskultur und mentaler Gesundheit im Arbeitsalltag.

Dein Take-away:
Wenn du dich selbst im Stress verlierst, verlierst du auch dein Team.

Gesunde Führung beginnt damit, dass du frühzeitig innehältst, deine eigenen Belastungssignale wahrnimmst und aktiv gegensteuerst – bevor Druck deinen Führungsstil unbewusst verändert.

Deine Perspektive zählt:
Welche Fragen oder Herausforderungen aus deinem Führungsalltag beschäftigen dich aktuell?

Schick uns deine Hörerfragen an kontakt@dr-fritsch-kuempel.de – wir greifen sie im Podcast auf und geben dir fundierte, praxisnahe Antworten.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:02: Wir sind Dr.

00:00:03: Miriam Fritsch-Kümpel, ich Yasmin Puer.

00:00:06: Zusammen sprechen wir über gesunde Führen und gesunde Selbstführung – immer mit einem konkreten Fallbeispiel aus deiner Coachingpraxis.

00:00:15: Dabei geht es um die psychologischen Aspekte und

00:00:17: Tools &

00:00:18: Techniken, die helfen in bestimmten Situationen cool zu bleiben und sein Team

00:00:22: cool

00:00:23: zu führen.

00:00:24: Du bist die Expertin Miri

00:00:26: und ich

00:00:26: darf euch durch diese

00:00:27: Folge führen... Ich freue mich, dass wir uns wieder gegenüber sitzen.

00:00:44: Wir reden heute etwas konkreter über ein bestimmtes Thema

00:00:48: und bei mir

00:00:49: ist eine Sache hängen geblieben.

00:00:51: vom letzten Mal.

00:00:52: da haben wir gesprochen Wie war es denn früher, wie ist es heute?

00:00:55: Was hat sich verändert in der Arbeitswelt.

00:00:58: Heute scheint ja viel mehr Bewusstsein dafür da zu sein dass wir mehr auf uns achten müssen.

00:01:02: Gleichzeitig hat aber das ganze drum herum und die Belastung zugenommen und die Herausforderungen.

00:01:08: War denn früher der Stress ein anderer?

00:01:09: weil viele sagen Ja aus der älteren Generation was habt ihr euch so?

00:01:13: Ihr seid hier heute Weicheier?

00:01:14: Wir hatten früher den gleichen Stress.

00:01:16: Das ist aber gar nicht

00:01:18: so.

00:01:18: Die Art der Belastung hat sich ja total verändert, weil die Arbeitswelt sich total verändert hat.

00:01:22: Ich will nicht sagen dass die Menschen früher keine Belastungen hatten sondern die hatten deutlicher Belastungs- aber vielleicht andere.

00:01:28: Nehmen wir mal so ein Beispiel wie die Digitalisierung Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert hat, das merkt ja jeder Einzelne.

00:01:36: Also nehmen wir doch einfach mal so ein Büroarbeitsplatz auf wie vielen Kanälen die Informationen auf dich einströmen?

00:01:44: Das ist das E-Mail-Programm, das ist Teams, das Skype und ein Messenger dann vielleicht noch anrufe parallel.

00:01:52: Dann hast du übrigens nicht nur einen Laptop sondern du hast hier noch ein iPad und dann hast du noch ein Handy.

00:01:57: also ...

00:01:58: werden mit Informationen beschossen von morgens bis abends.

00:02:01: Und wenn wir wollen natürlich auch noch am Feierabend, das ist ja eben auch genau das was sich verändert hat.

00:02:06: eigentlich kann ich immer und überall arbeiten.

00:02:08: Permanente Verfügbarkeit!

00:02:10: Das heißt, wenn wir nun mal diesen einen isolierten Punkt nehmen können wir sagen die Arbeitswelt neunzehntsiebzig im Vergleich zu zwanzig fünfundzwanzig ist hier ein himmelweiter Unterschied weil neunzentzebzig... Was hatte ich denn da auf meinem Schreibtisch stehen?

00:02:22: Eine Schreckmaschine und noch ein Festenztelefon.

00:02:25: Das heißt, die Informationen, die da auf dich eingewirkt haben.

00:02:28: Es war ein Bruchteil und alleine dieser Faktor zeigt wie unterschiedlich die Arbeitswelt ist.

00:02:35: das Thema Arbeitsverdichtung Fachkräftemangel Das heißt, Menschen in einem Team von fünf Leuten sind dadurch belastet.

00:02:42: Dass vielleicht einer in Rente geht der andere in Elternzeit und es wird nicht nachbesetzt.

00:02:46: Also bin ich im Team von drei Leuten habe die Arbeit eigentlich zu machen, die früher fünf gemacht haben.

00:02:51: Und dann muss man einfach auch sehen magpolitische Einflüsse permanente Effizienzsteigerungen also das heißt Es geht ja immer um Leistungssteigerung und das spürt eben auch jeder einzelne.

00:03:01: d.h.

00:03:01: Der Druck ist gestiegen bedeutet psychischer Druck ist für den Arbeitnehmer ein zentrales Thema geworden.

00:03:08: In der Art und Weise, wie es in den letzten Jahren vielleicht nicht der Fall war.

00:03:12: Natürlich kann ich da auch ein Problem mit meinem Chef gehabt haben und massiv darunter leiden.

00:03:17: aber diese psychischen übergreifenden Faktoren Arbeitsverdichtung, Digitalisierung eine Verunsicherung die WUKA-Welt so als Stichwort das ist schon etwas was die Arbeitswelt heute sehr deutlich kennzeichnet.

00:03:29: Das klingt wie so ein Sturm, in dem man steht und es peitscht einen von allen Seiten entgegen.

00:03:34: Man muss da irgendwie aufrechen durch und sagen, ich hab auch noch Spaß dabei!

00:03:37: Ich find's irgendwie gut uns alle hier durchzusteuern als Führungskraft.

00:03:42: Mein Team durch diesen ja Teilweise ja Sturm der uns um die Ohren peitschte.

00:03:47: wir wissen also heute mehr als früher, dass die Psyche und das psychische Wohl extrem wichtig ist.

00:03:53: Sowohl im Team als Mensch aber eben auch als Führungskraft.

00:03:58: Was ist denn so ein Risiko wenn ich dieses Thema für mich nicht im Blick habe?

00:04:04: Also ich sehe das Risiko einerseits erst mal für die Führungskraft.

00:04:08: Als wenn wir jetzt von der Führungskraft sprechen, ist es sich, dass die Risikof- oder Führunkraft selber natürlich die eigene psychische Gesundheit und damit auch die eigene körperliche Gesundheit aufs Spiel zu setzen, wenn ich eben kein Wissen darüber habe wie ich mich selbst schützen kann?

00:04:24: Du hast gerade ein schönes Bild aufgemacht mit dem Sturm.

00:04:27: also wenn ich keine gute Form der Selbstführung habe dann reist mich der Sturm halt schneller um.

00:04:33: Und

00:04:33: das erlebst du ja öfter?

00:04:37: Ja, da gibt es wahrscheinlich uns hellbare Beispiele und da fällt mir durchaus eine Führungskraft ein, die ich im ... Die hatte ich ein Stück weit in einem Coaching aber kennengelernt habe ich die in dem Teamworkshop.

00:04:54: Da ging es um eine Teamproblematik, dass die Zusammenarbeit gestört war in dem Team.

00:04:59: Die Kommunikation nicht gut funktioniert hat der Informationsfluss nicht ausreichend war und ich plädiere immer dafür wenn ich eben von so einer Teamproblematie erfahre und eine Anfrage an mich gestellt wird dann plädiere ich immer dafür Einzelgespräche zu führen.

00:05:16: das heißt Ich möchte nicht nur die Sicht der Führungskraft kennenlernen, sondern ich möchte auch den Blickwinkel der Mitarbeiter aus dem Team kennenlern.

00:05:22: Weil ich darüber natürlich wie so eine kleine Erstdiagnose stellen kann.

00:05:26: Na ja, woran hängt es denn eigentlich?

00:05:28: Das ist da im Team so knirscht!

00:05:30: Und was in diesen Einzelgesprächen sehr deutlich wurde, das war erst gar nicht deutlich über das Vorgespräch mit der Führungskraft.

00:05:36: Kannst du dir denken, was das Thema war?

00:05:38: Dass natürlich die einzelnen Mitarbeiter eine sehr hohe Unzufriedenheit hatten und zwar mit dem Führungsstil.

00:05:45: Also zu sehen unsere Führunkraft ist hektisch und fahrig, extrem unter Druck stehend aber völlig unempfindlich für Feedback.

00:05:55: also die Mitarbeiter hatten durchaus Sorge dass die Führungskraft sich verrennt und total überlastet ist, haben auch der Führungskraft wohlwollendes Feedback gegeben.

00:06:05: Aber das wurde nicht gehört... Wow!

00:06:07: Das kostete ja auch Überwindungen?

00:06:08: Ja.

00:06:09: Und es war eigentlich deswegen ein ziemlich gutes Team und die waren auch sehr offen.

00:06:13: aber das war dann eben einen Punkt erreicht wo er eine starke Resignation herrschte weil das Feedback eben nicht gehört wurde.

00:06:22: Der Führingstil dieser Führingskraft Bisweilen äußerte sich eben so, dass die Führungskraft nicht gut für sich selber sorgte.

00:06:33: Aber auch irgendwann nicht mehr gut fürs Team.

00:06:35: D.h.,

00:06:36: die Stimmung im Team ist irgendwann gekippt weil die Fährungskraft leider ihren Führungsstil aufgrund der Druckbelastung und ich finde man kann es im ersten Schritt manchmal nach vollziehen wenn Ziele gefährdet sind Dann richte ich als Führungskraft meine Aufmerksamkeit nur noch darauf.

00:06:53: Und versuche, eine Schiff zu retten und zu sagen, jetzt muss ich mir das hinkriegen!

00:06:57: Das heißt viele Führungskräfte neigen dazu in so einer autoritäre sehr direktive Richtung zu gehen – und damit den Mensch!

00:07:04: immer weniger zu sehen.

00:07:06: Und das war dann so, dass natürlich die Unzufriedenheit im Team mit der Führungskraft massiv wurde.

00:07:12: Erst hatte man sich nur Sorgen gemacht um die Führungskraft und irgendwann war der Punkt erreicht, dass das Team sich sehr kritisch äußerte auf das Führerungsverhalten, auf das Miteinander und eine schlechte Stimmung im Team.

00:07:25: das Resultat war.

00:07:26: Aha!

00:07:28: Das hast du wiederum der Fährungskraft gespiegelt?

00:07:34: Beziehungsweise, das ist gar nicht mein Auftrag.

00:07:38: Woher sehe ich meinen Auftrag?

00:07:40: Ich bin ja nicht der Überbringer der Nachricht.

00:07:42: So sehe ich mich nicht, sondern ich habe den Workshop so gestaltet, dass ich es ermöglicht habe, dass die miteinander in den Dialog gehen und zwar über Erwartungen.

00:07:52: Letzten Endes muss doch eine Frage beantwortet sein.

00:07:54: Wenn ich ein Teammitglied bin, dann möchte ich meiner Führungskraft sagen was ich erwarte, was ich mir wünsche.

00:08:04: Also im Prinzip geht es ja um die Frage, was wünsche ich mir von dir, liebe Führungskraft?

00:08:08: Dass ich meinen Job gut machen kann als dein Mitarbeiter.

00:08:11: Und gleichzeitig ist das aber auch wichtig, dass ich dir ein Angebot mache!

00:08:15: Weil weißt du wenn in Teamworkshops jeder sagt also Ich wünsch mir Tees und ich wünschen mir das... Wo is dann der gemeinsame Nenner?

00:08:21: Das heißt, ich plädiere immer dafür Wenn ich einen Wunsch äußert, dann darf ich auch ein Angebott machen.

00:08:29: Genau darum geht es, also das heißt erst den offenen Austausch zu ermöglichen und dann eben Führungskraft und Team in einen Dialog zu bringen über Wünsche und Angebote.

00:08:38: Was wünsche ich mir von dir damit ich meine Rolle gut machen kann als Führungskraft oder auch als Mitarbeiter?

00:08:44: Und was biete ich dir an, damit du deine Rolle auch gut ausüben kannst?

00:08:47: Also das ist der Dialog, den ich ermöglicht habe und das war auch... Ich mein'n das, dass das Ergebnis eines solchen Workshops ist, erst mal natürlich vieles freigelegt wird und dann auch konkrete Vereinbarungen getroffen werden.

00:09:02: Wenn das jetzt offengelegt wird, was sind die Vereinbarung, die wir treffen können?

00:09:06: Und vielleicht auch welches Versprechen kann ich machen als Führungskraften sagen?

00:09:10: Ich habe es verstanden!

00:09:12: Das Interessante daran war, dass wirklich ein guter Workshop war – also man mit diesen Vereinbarungs- aus diesem Workshop raus ist Aber die Führungskraft, ihr Verhalten unter dieser Drucksituation nicht gut verändern konnte.

00:09:25: Das heißt ich hab dann auch mit der Führungskraft in einem Coaching weitergearbeitet und konkret eine Umsetzung im Alltag zu ermöglichen.

00:09:34: Genau!

00:09:35: Also es geht da nämlich eben nicht nur um ihre Performance im Beruf als Führungen, sondern das klingt ja nach so einer Selbstführung,

00:09:44: die

00:09:44: sie an den Tag gehen

00:09:45: muss?

00:09:45: Absolut

00:09:46: um darauf zu achten, dass sie eben nicht nur verkrampft auf den Job und die Ziele und

00:09:49: den Erfolg

00:09:50: guckt.

00:09:50: Sondern, dass er sich auch mal davon loslöst und auch mal leben lässt aber auch sich selber leben lässt.

00:09:56: Also

00:09:57: musstest du ja eigentlich raten kümmer dich eben auch mal um andere Faktoren, die du ja auch in unserer ersten Folge angesprochen hast nämlich vielleicht mal ein soziales Leben?

00:10:06: Ja!

00:10:06: Und also weißt du der Kern ist ja immer die Frage Wie soll das weitergehen?

00:10:12: Es gibt ja einen Unterschied.

00:10:13: Ich kann kurzfristig immer ganz viel investieren, ich arbeite heute Nacht einfach mal durch und schlafe nicht damit ich morgen die Präsentation abgeben kann.

00:10:23: Das kann ich machen.

00:10:24: Aber wenn mein grundlegender Stil ist zu gucken, dass sich alles darauf setze, dass ich meine Aufgaben erfülle um meine Ziele erreiche aber selbst auf der letzten Rille laufe weil ich chronisch zu wenig schlaffe Nichts esse, Freunde nicht treffen und so weiter.

00:10:42: Dann geht dieses Spiel nicht lange gut.

00:10:44: Das liegt auf der Hand!

00:10:45: Und das ist etwas um was es dann durchaus ging mit dieser Führungskraft nochmal zu schauen.

00:10:52: also Was brauchst du eigentlich damit du langfristig leistungsfähig bleibst?

00:10:56: Damit du langfrisch deine Ziele erreichen kannst?

00:10:59: Also weg von diesem kurzfristigen.

00:11:00: ich muss das aber jetzt noch schnell machen.

00:11:03: hinzu Wie schaffe ich es langfristig auch, meine Ressourcen aufzutanken?

00:11:08: Und logischerweise aus meiner Tat hat sie vierzehn Stunden.

00:11:11: Also man arbeitet dann auch miteinander im Coaching an Fragen die da eher heißen okay was musst du vielleicht auch eine Verantwortung mal abgeben?

00:11:18: also diese Führungskraft neigt eben zum Micro-Management.

00:11:21: das ist eben auch eine Problematik die das Team ja auch beklagte zu sehen Was kannst Du delegieren wo kannst Du Verantwortung auch mal ab geben weil Du Dich in den einzelnen Themen so im Detail verrennst dass du tatsächlich keine Zeit hast mehr ausreichend zu schlafen.

00:11:38: Sie das in so einer Extremsituation psychisch sage ich jetzt mal, weil sie war ja offensichtlich selber fordert.

00:11:44: Überhaupt noch benennen was die braucht um wieder auf eine andere bessere Spur zu kommen?

00:11:49: Genau also das ist ganz oft immer so die Frage an welchem Level geht man in ein Coaching.

00:11:54: Also letzten Endes so ein Burnout steht hier auch nicht von heute auf morgen.

00:11:57: es gibt durchaus schon sehr problemhafte Zustände.

00:12:00: da sind wir wirklich in der starken, ich sag mal in erheblichen Frustrationsphase wo viele Lösungsversuche schon nichts gebracht

00:12:09: haben.

00:12:10: Natürlich ist es an solchen Stellen echt schwierig, dann Hebel der Veränderung zu vollziehen und ich muss dann immer natürlich auch als Coach schauen wer kann da eine Unterstützung sein?

00:12:22: Also vielleicht noch mal die Führungskraft mit ins Brot zu nehmen.

00:12:25: Zu fragen also wie ist Entlastung möglich oder auch nochmal das Team mit reinzunehmen.

00:12:31: Das kann durchaus sein.

00:12:32: In dem jeweiligen Fallbeispiel stellte sich aber tatsächlich als zielführend raus, dass die Führungskraft selber ... Sie war zwar sehr stark belastet.

00:12:41: Aber sie war noch in der Lage, in so eine Lösungsorientierung zu kommen.

00:12:44: Also das war die Stärke dieser Person durchaus über diese Reflektionen.

00:12:48: Für mich war das der Schlüssel dieses Langfristig-Kurzfristig.

00:12:52: Kurzfristig macht deine Methode Sinn wie Beführungskraft?

00:12:56: Langfristigt macht's keinen Sinn.

00:12:57: und das zu verstehen und dann auch wirklich zu gucken, wie kann ich Zeiten frei bekommen?

00:13:05: Wir haben uns den Alltag angeschaut und geguckt, welche Aufgaben sind wie delegierbar.

00:13:11: Welche Fenster können wir schaffen?

00:13:13: Musst du an den ganzen Meetings teilnehmen oder könnt es nicht auch funktionieren, dass du das Meeting hier skippst oder einen Mitarbeiter hinschickst?

00:13:23: Die Frage war ja, wie gewinnst du mehr Zeit?

00:13:27: damit du die Zeit nutzen kannst, um dich mit Energie aufzutanken.

00:13:31: Das war die Grundfrage.

00:13:32: Also für dich privat?

00:13:33: Ja.

00:13:33: Damit du abschalten kannst vom

00:13:34: Job?

00:13:34: Genau!

00:13:35: Nicht zu sagen, wie kriegst du mehr Zeit, damit du deine nächste Aufgabe noch machen kannst, sondern wie bekommst du Zeit für dich und für mehr Ruhe oder Entspannung?

00:13:43: Was brauchst du denn eigentlich, um sich mit Energie auszutanken?

00:13:45: Und das konnt ihr diese Führungskraft schon klar benennen.

00:13:48: Sie hat's nur vernachlässigt.

00:13:51: Das ist ja schon mal gut.

00:13:52: Wenn man das benennen kann ... Ist das ja schon mal ein erster Schritt.

00:13:56: Du gehst dann hin, du dröselst auf, du guckst.

00:13:58: wie kann man Sachen vielleicht delegieren?

00:14:01: Lücken schaffen

00:14:02: und ... Das zeigt dir aber irgendwie so eine mentale Gesundheit.

00:14:08: Nicht nur Privatsache ist, weil man sagt immer, du bist doch hier im Job.

00:14:12: Private Sachen oder Befindlichkeiten, eigentlich kein Platz.

00:14:15: Da hast du mal einen schlechten Tag?

00:14:17: Das soll aber keiner merken!

00:14:22: Es kriegt man auch zwei Mal hin und das muss ja nicht jeder mitkriegen wenn man überfordert ist.

00:14:25: Und man sagt ja im Zweifel auch eher und vielleicht gerade, wenn man erfolgreich isst ... Das kriegen wir schon hin und in Wahrheit merkst du aber wie es dich dann schon erdrückt

00:14:34: Genau.

00:14:35: Und ich meine, das war ja auch eine lange Zeit, weil wir gerade von neunzehntzebzig geredet haben, dass so diese Trennung private und beruflich ... Also du hast so'ne Idee als wären das zwei Persönlichkeiten?

00:14:45: Aber jetzt sind wir doch mal ehrlich!

00:14:46: Du sagst es ja grad selber.

00:14:47: also wenn du massive Problematik im Privatten hast dann lässt du die ja nicht vor der Bürotür.

00:14:52: Das macht dich ja aus.

00:14:53: Das heißt, wenn du als Mensch belastet bist durch irgendeine private Trennung oder vielleicht durch eine Krankheit eines geliebten Menschen was auch immer na dann ist das Fass mit dem du da morgens in den Tag startest.

00:15:06: Wenn man sich wie so ein Fass vorstellt, so einen Stress fasst was sich im Laufe des Tages füllt.

00:15:10: das Fass ist ja schon voll bevor der Tag startet.

00:15:12: Da braucht es nicht viel dann läuft dein Fass über.

00:15:15: Das heißt wir nehmen Privates mit in den Beruf und gleichzeitig ist es auch umgekehrt so dass wenn wir massive Belastung am Arbeitsplatz haben eben auch im Privaten dann belastet sind, weil uns irgendwie keine Ahnung die Angst umtreibt vielleicht durch eine Restrukturierung unsere Stelle zu verlieren.

00:15:32: Das packe ich doch nicht vor der Haustür oder für der Wohnungstür, ne?

00:15:35: Dann nehme ich dieses Thema halt mit und deswegen ist diese Trennung eine nette Idee.

00:15:42: aber wir reden hier von Menschen deshalb faktisch nicht möglich.

00:15:46: Da müsste dann schon ein Roboter stehen.

00:15:51: Das ist eigentlich nicht trennbar, auch wenn viele sagen, mein Job lenkt mich ab in

00:15:57: all dem

00:15:58: Kassel, den ich zu Hause hab oder mit einer pflegebedürftigen Mutter ... Da geh ich lieber arbeiten und lad mir noch ein Schippchen drauf.

00:16:07: Ja, aber vielleicht ist das ja sogar so?

00:16:09: Das kann ja wirklich sein, dass du einen Job hast der dir vor allem Erfolgserleben ermöglicht und wo du total nette Kollegen hast und wirklich sagst, mein Job tut mir gut!

00:16:17: Und das hilft ja auch deswegen.

00:16:19: Lass uns vielleicht auch nochmal an dieser Stelle festhalten, dass Arbeit erst mal eine grundlegende... Ist ja auch ein Schutzfaktor.

00:16:26: also Menschen die eine Arbeit haben, wo sie wirksam sein können ihre Kompetenzen einbringen können Die haben eine bessere.

00:16:34: psychische Gesundheit als die, die arbeitslos sind.

00:16:38: Wir wollen ja nicht an den Pranger stellen und sagen, er arbeitet immer Stress überhaupt nicht.

00:16:43: Gerade Führungskräfte lieben ihre Arbeit und lieben es wirksam zu sein, Stärken einbringen zu können, Verantwortung zu übernehmen.

00:16:50: Und das ist etwas ganz wichtiges und auch gesund erhaltenes.

00:16:55: Also heißt aber auch hier die Herausforderung nicht reist dich in jedem Fall zusammen sondern achte auf deine psychische Gesundheits als Führungskraft?

00:17:04: Genau.

00:17:06: Grundlegend ist es wichtig, wenn ich eine psychische Gesundheit als Überschrift nehme.

00:17:11: Was ist das?

00:17:12: Psychische Gesundkeit entsteht ja über ... Der Kern ist für mich die Selbstwirksamkeit zu sehen.

00:17:21: Ich tue was und ich bewege was.

00:17:25: Ganz viele Führungskräfte haben hohe Selbstwirksamkeitserleben.

00:17:29: Aber es kann ja auch angekratzt sein über irgendeine Problematik, die am Arbeitsplatz vorherrscht.

00:17:33: Es kann aber auch angeklatscht sein über problematik den privaten Vorherrsch, dass du sagst mir geht's überhaupt nicht gut ich fühle mich völlig unausgeglichen und das was es eben braucht ist durchaus diesen Blick auf sich selbst und die Frage wie gehe ich jetzt unter der Belastung eigentlich mit mir um?

00:17:50: Was ist ein zielführendes Verhalten für mich?

00:17:53: Und wenn da jemand ist, der sagt mir hilft es jetzt total, mich abzulenken mit meiner Arbeit.

00:17:59: Weil ich einfach merke ... Ich hab da meine Erfolge und bin mit meinem Team zusammen, da fühle ich mich wohl.

00:18:04: Dann hört sich das nach einer guten Strategie an.

00:18:06: Genauso mag's auch jemanden geben, der gesagt, nee, ich kann das grad gar nicht vor der Haustür lassen.

00:18:11: Vielleicht machts dann Sinn, mit dem Team darüber zu sprechen und zu sagen hier, ich habe ein Thema gerade, mir geht's grade überhaupt nicht gut um Verständnis zu bitten.

00:18:21: Schafft ja eine unglaubliche psychologische Sicherheit, wenn die Führungskraft in der Lage ist darüber zu sprechen.

00:18:27: Hier mir geht es gerade nicht gut!

00:18:29: Ich bitte da auch irgendwo um Nachsicht.

00:18:31: ich brauchte auch euer Verständnis und das macht psychische Gesundheit am Arbeitsplatz aus, wenn diese Führungskraft selber darüber sprechen kann ohne zu sagen oh Gott jetzt bin ich ein Weichei sondern die Stärke zu haben mentale Gesundheit und die Psyche zum Thema zu machen.

00:18:47: Das heißt auf sich selber achten und diese persönliche Grenze sieht bei jedem ja auch anders aus.

00:18:52: Die Alarmglocken schrielen nicht bei jedem am gleichen Punkt, was sagst du ist so ein Alarmfaktor?

00:19:00: Wann sollte ich merken?

00:19:02: jetzt gibt es gerade

00:19:03: das finde ich eine super Frage die du mir gerade stellst weil dass genau der punkt ist an dem sie oft hängt.

00:19:09: also das heißt Was brauche ich?

00:19:11: Ich brauche eine gute Wahrnehmung von mir selber.

00:19:14: Und das ist etwas, was im Stress erleben tatsächlich ausgeschaltet ist.

00:19:18: Weil wenn man mal so ne kleine Zeitreise macht und sich überlegt ja der Urzeitjäger ... Wenn da der Säbelzahn-Tiger kam, Ölgefahr!

00:19:26: Dann geht die Aufmerksamkeit nur zu dem Gefahrenreiz also zu dem Säbelzahntieger und es geht ja nur um einen.

00:19:31: Sich muss raus, haste die Situation Fight of Light.

00:19:34: Also eine Angriffs... oder einen Fluchtverhalten, was jetzt in Gang gesetzt wurde über die Stressreaktionen.

00:19:40: So und wenn ich das jetzt übertrage auf das heutige Business – wir hatten vorhin das Beispiel oder beim letzten Podcast das Beispiel Deadline-Verkürzung dann ist es ja so, wenn ich die Deadline verkürzt bekomme.

00:19:52: Dann ist das ein kleiner Seelzantiger.

00:19:54: Ich werde genauso in Gefahrmodus gesetzt.

00:19:57: Das heißt meine Aufmerksamkeit geht jetzt auf die unerledigte Aufgabe.

00:20:01: Also ich muss jetzt mal eine ganze Kraft und Energie da reinsetzen, dass sich die Deadlines erfülle.

00:20:06: Und was kriege ich nicht mit?

00:20:07: Wie's mir geht!

00:20:08: Ja weil man mit Rennen beschäftigt

00:20:10: ist.

00:20:10: Genau und das ist das Gefährliche, dass wir unter Stress mit der Aufmerkshanke nicht bei uns sind.

00:20:18: Wenn du mich fragst, was braucht's und was wäre vielleicht auch wirklich etwas, das ich so als zentrale Empfehlung meinen Hörern mitgeben kann.

00:20:25: Dann ist es für mich immer wieder innehalten.

00:20:29: Ja?

00:20:30: Ich rede hier nicht von fünf Minuten!

00:20:32: Ich rede dir von drei Atemzügen.

00:20:34: Innerhalten und sich einfach mal die Frage stellen wie gehts mir denn gerade?

00:20:37: Weil wenn wir uns selbst aus dem Blick verlieren und sich das verselbstständig dann kommt es oft zu diesen stressbedingten Überforderungszeichen.

00:20:45: Weil du hast mich ja gerade gefragt, woran merkt man es?

00:20:47: Naja wenn du das erst merkst, wenn du nachts nicht mehr schläfst und Herzkreislaufprobleme hast und Versagensängste dich plagen dann hast du viel davor nicht mitbekommen.

00:20:58: Das bedeutet dass ist für mich eine ganz wertvolle Empfehlung zu sagen innehalten haltet inne nimmt zwei drei tiefe Atemzüge.

00:21:07: Das aktiviert euren Parasympathikus.

00:21:09: Das ist hier die Gegenspieler vom Sympathikus, das ist ja das Aktivierungs- und Stresssystem.

00:21:14: Und dass was wir brauchen, genau einmal tief durchatmen, ist der aktivierte Parasympathikum.

00:21:22: Das ist eben etwas, was wir oft nicht im Blick haben und das ist etwas, das ich vielen Führungskräfte empfehlen möchte, innehalten, einmal kurz atmen mit sich selbst verbinden die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten auch wenn der Stress da ist – gerade weil er da ist!

00:21:39: Das klingt nach Achtsamkeit, also auf sich selber achten.

00:21:43: Auf sein Team achten und seine Mitmenschen achten auch wenn ich das Wort eigentlich gar nichts mehr so sehr mag weil es so ein Übergebrauch ist.

00:21:50: aber was ich und ich hoffe auch ihr mitnehmt aus diesem Podcast ist dass gesunde Führung immer auch mit gesunder Selbstführung beginnt Und dass mentale Gesundheit eben nicht Privatsache ist.

00:22:02: Dankeschön Miri.

00:22:03: Danke auch Jasmin So,

00:22:04: und solltet ihr konkrete Fragen haben?

00:22:07: Anregungen, einen speziellen Fall vielleicht bei euch auch auf der Arbeit.

00:22:13: Da meldet euch doch sehr gerne bei uns!

00:22:14: Die E-Mailadresse findet ihr hier unten eingeblendet.

00:22:16: Miri, sag sie bitte auch noch mal

00:22:18: Kontakt at dr-, minusfritsch-, kümpel.de.

00:22:24: Freuen wir uns ja von euch zu hören bis zum nächsten Mal.

00:22:27: Tschüss Wer führen will muss hören.

00:22:30: Der Healthy

00:22:31: Leadership Podcast mit Jasmin Fuhr

00:22:34: und Dr.

00:22:34: Miriam Fritschküppel.

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