Folge 3: Grübelschleifen stoppen – wie Führungskräfte wieder abschalten lernen

Shownotes

Gedanken, die sich im Kreis drehen. Schlaflose Nächte. Das Gefühl, ein Problem unbedingt lösen zu müssen – und trotzdem keine Lösung zu finden.

Viele Führungskräfte kennen diese Situation.

In dieser Folge des Healthy Leadership Podcasts sprechen Jasmin Pour und Dr. Miriam Fritsch-Kümpel über ein häufiges Phänomen im Führungsalltag: Grübelschleifen.

Anhand eines realen Coaching-Falls zeigen sie, wie Stress, hohe Verantwortung und Selbstzweifel dazu führen können, dass Gedanken immer wieder um dasselbe Problem kreisen.

Du erfährst unter anderem:
• warum Grübeln oft eine Abwärtsspirale auslöst
• weshalb ehrgeizige Führungskräfte besonders anfällig dafür sind
• wie Stress dein Denken verengt
• wie der Fokus auf deinen Gestaltungsspielraum dir hilft, wieder Klarheit zu gewinnen

Eine Folge darüber, wie du lernst, zwischen dem zu unterscheiden, was du beeinflussen kannst – und dem, was du loslassen musst.

Dein Take-away:
Der Circle of Influence kann dir helfen, Gedankenkarusselle zu stoppen.

Grübeln löst keine Probleme – es bindet nur Energie.

Entscheidend ist, klar zu unterscheiden: Was kannst du beeinflussen und was nicht?
Richte deinen Fokus konsequent auf deinen Handlungsspielraum – und lerne, den Rest bewusst loszulassen.

Deine Perspektive zählt:
Welche Fragen oder Herausforderungen aus deinem Führungsalltag beschäftigen dich aktuell?

Schick uns deine Hörerfragen an kontakt@dr-fritsch-kuempel.de – wir greifen sie im Podcast auf und geben dir fundierte, praxisnahe Antworten.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:02: Wir sind Dr.

00:00:03: Miriam Fritsch-Kümpel, ich Yasmin Pur.

00:00:06: Zusammen sprechen wir über gesundes Führen und gesunde Selbstführung immer mit einem konkreten Fallbeispiel aus deiner Coachingpraxis.

00:00:15: Dabei geht es um die psychologischen Aspekte und Tools & Techniken, die helfen in bestimmten Situationen cool zu bleiben und sein Team cool zu führen.

00:00:24: Du bist die Experte in Miri – und ich darf euch durch diese Folge

00:00:32: führen!

00:00:33: muss hören.

00:00:35: Der Healthy

00:00:35: Leadership-Podcast

00:00:37: mit Jasmin

00:00:37: Fuhr und Dr.

00:00:39: Miriam Fritschköppel.

00:00:40: Heute geht's

00:00:41: ums Abschalten, wie ich aus Grübel schleifen rauskomme.

00:00:46: Das erlebst du oft?

00:00:47: Welchen Fall hast du uns heute mitgebracht?

00:00:50: Ja, welchen Fall ich heute mitbrachte habe ist tatsächlich ein Fall der sich fast schon wöchentlich in meinen Workshops und Coachings darstellt.

00:01:01: Denn tatsächlich sind sehr viele Arbeit nehmen wir zurzeit sehr belastet, ist gestresst.

00:01:08: Das führt dann ganz häufig zu Krübelschleifen am Feierabend dem Gefühl nicht abschalten zu können.

00:01:13: und ich hab tatsächlich einen Fall mitgebracht der mich auch persönlich emotional mitgenommen hat weil man regelrecht miterleben konnte aus der fachlichen Perspektive wie sehr ... Grübel schleifen zu einer Abwärtsspirale führen können.

00:01:36: Ich habe ganz konkret, wenn Ihnen Max mitgebracht eine aufstrebende Führungskraft mit viel Verantwortung und tatsächlich mit der Möglichkeit ein weiteres Team zu übernehmen.

00:01:52: Das heißt sein Verantwortungsbereich hat sich noch weiter ausgedehnt.

00:01:55: Und Max hatte ich sowieso schon länger im Coaching.

00:01:59: Hab ihn als sehr ambitioniert wahrgenommen mit einem sehr starken Leistungsmotiv.

00:02:04: Und das war insgesamt schon immer sein Thema, dass er nicht gut mit seinen Kräften haushalten konnte.

00:02:09: Also seine Herausforderung war tatsächlich ... persönliche Wahnsignale wahrzunehmen und zu schauen, dass es zum Sport kommt, genug Schlaf bekommt.

00:02:18: Grundlegend war ... das Problem von Max, sein hoher Ehrgeiz.

00:02:25: Dem wurde alles untergeordnet.

00:02:27: Was

00:02:27: eigentlich super ist wenn man mal einen ehrgeitzigen Menschen ... vor sich sitzen

00:02:32: hat.

00:02:32: Die Firma hat es auch echt gefreut, dass sie Max hatten und deswegen wurde er ja auch befördert.

00:02:38: Ich konnte das auch sehr gut nachvollziehen.

00:02:40: Andererseits war immer wieder ein Thema im Rahmen unserer Coachings, gab's auch durchaus Schwierigkeiten zu Hause.

00:02:46: Die Familie kommt zu kurz.

00:02:48: die Freunde sagen wir haben dich schon ewig nicht mehr gesehen.

00:02:51: also das war schon die Herausforderung von Max da.

00:02:53: sein Privat legen hat wirklich auch schleifen lassen.

00:02:56: Das

00:02:56: ist ihm aufgefallen.

00:02:57: oder haben das nur andere zu ihm gesagt?

00:03:00: Das ist vor allem anderen aufgefallen, ich meine es gab aber dann natürlich auch Spannungen im Umfeld.

00:03:05: also die Rückmeldung auch die Ehefrau hat das nicht so auf sich sitzen lassen und er konnte es auch immer nachvollziehen.

00:03:10: Es ist ja das ganz Interessante.

00:03:12: Er war schon in der Lage diesen Perspektivwechsel zu tätigen und zu sagen Ich kann meine Frau verstehen Und gleichzeitig müssen die Dinge erledigt werden und meine Frau genießt es doch auch dreimal im Jahr um Urlaub zu fahren und dass wir ein tolles Haus haben.

00:03:24: Ich spürte durchaus auch immer so sein Wertekonflikt.

00:03:27: Und ... im Prinzip, wenn ich's mal zusammenfasse, ärgerizig ambitioniert aber trotzdem, ich würde sagen es war noch in Ordnung.

00:03:38: Da guckt jemand zu wenig auf seine Bedürfnisse Aber grundlegend hatte der echt Spaß an seinem Job.

00:03:43: und dann kam es eben dazu dass er dieses Team übernommen hatte.

00:03:47: und das was da passiert war oder das was dann tatsächlich passierte ist folgendes Dieses Team hat sich gegen ihn aufgelehnt.

00:03:57: Es gab massive Widerstand als Führungskraft und das führte dazu, dass in Max massive Selbstzweifel in Gang gesetzt wurden.

00:04:08: Da hat er dann natürlich versucht durch diverse ... Hat zum Beispiel den Team Workshop durchgeführt, um den Dialog zu stärken.

00:04:14: Dass man über Bedürfnisse spricht.

00:04:16: also ich finde auch überall dass er das gewissenhaft und gut aufgezogen hat.

00:04:20: jedoch hatte dieses team eine ganz individuelle geschichte gehabt.

00:04:23: die waren sehr lange in einer anderen einheit untergebracht mit der führungskraft mit der sie sehr hoch identifiziert waren und die warne überhaupt nicht einfach statt mit diesem wechsel.

00:04:32: also

00:04:32: fakt ist max hatte es sehr schwer Und

00:04:35: lag aber nicht an seinem eigenen Anspruch.

00:04:37: Überhaupt nicht?

00:04:37: Auch ans Team, sondern... Also

00:04:39: das ist immer so ein bisschen schwierig.

00:04:41: Ich hab ja da in Coachings kriege ich ja immer die Perspektive des Betroffenen geschildert.

00:04:46: Ich habe niemals das Team interviewen können was genau das Problem war.

00:04:50: Es war auch bis zum Schluss nicht wirklich sichtbar was das konkrete Problem ist.

00:04:54: Aber auf was ich hinaus möchte ist dass Max natürlich Hohe Verantwortung hatte, er wusste auch.

00:05:02: Es geht jetzt darum um mit dem Team Erfolg zu haben.

00:05:05: Gleichzeitig merkte er aber, sein Einfluss ist hier begrenzt auf dieses Team.

00:05:10: und diese Diskrepanz zwischen ich habe Verantwortung für etwas, aber ich kann gar nicht so gestalten wie ich will das hat dazu geführt dass Max massiv in diese Grüppel schleifen.

00:05:21: also es ging eigentlich permanent in seinem Kopf nur noch um die Frage was mache ich nur?

00:05:27: ging auch am Feierabend so weiter.

00:05:29: Und Max hat massive Schlafstörungen entwickelt, hat nichts anderes getan als über dieses Problem nachzugrühbeln.

00:05:36: und die Problematik, die wir dann eben oft haben ist ... Wenn du nächtlich die Nächte um die Ohren schlägst, dann machst du irgendwann morgens auf und sagst Boah!

00:05:46: Ich kann nicht mehr.

00:05:47: Genau ich habe gar nicht die Kraft jetzt diesem Team wiederzubegegnet.

00:05:52: Und dann passiert eben diese Abwärtsspirale.

00:05:54: Du wirst immer weniger leistungsfähig, gleichzeitig werden die Anforderungen im Job nicht weniger.

00:05:59: und das Problem ist natürlich dass wenn du eben so belastet bist dann bist du natürlich auch wesentlich emotionaler

00:06:09: ja klar

00:06:10: und dann auch oft impulsiver.

00:06:11: das heißt auch seine Art zu führen Die Worte die er wählte wie er das Team ansprach.

00:06:20: Oft berichtete er mir dann auch im Nachgang in den Coaching-Sessions immer wieder über Ausrutscher, wo er sagt, da bin ich der über den Mund gefahren?

00:06:30: Im Nachhinein weiß ich, das war nicht richtig aber ich konnte nicht anders.

00:06:33: Das heißt, er selber war so gefangen, in dem Wunsch einerseits diese Problematik zu lösen... ...im Kopf vergeblich das Problem zu lösen, in Krübel schleifen sich zu verfangen.

00:06:49: Auch in destruktiven Gedankenmustern, die wirklich in Richtung Selbstzweifel gingen und gleichzeitig dieser massive Energieverlust der dann dazu führte dass die problematik sich immer weiter verschärft und wir sind momentan immer noch in der Situation die so ist wie sie ist.

00:07:07: das heißt das Problem hat sich bis jetzt nicht aufgelöst.

00:07:10: Der Leidensdruck von Max ist immer noch erheblich Und ich bin aktuell damit beschäftigt, gemeinsam herauszufiltern.

00:07:21: Wo liegt sein Handlungsspielraum?

00:07:23: Wie sieht sein Gestaltungsspielraum aus und was sind die Dinge, die er vielleicht auch nicht verändern kann?

00:07:31: Was rätst du da?

00:07:32: Kann der das nur für sich lösen oder muss der ins Gespräch gehen mit seinem Team?

00:07:39: beeinflusst ihn ja das Außen total.

00:07:41: Also hätte er nicht dieses Negativ, Feedback und Ablehnung erfahren?

00:07:45: Hätte er vielleicht mehr Motivation gehabt, hätte nicht so viel gegrübelt und dann diese ganze Kettenreaktion wäre vielleicht nicht gewesen.

00:07:52: Absolut!

00:07:53: Also muss er in den Dialog hin.

00:07:54: oder was rätst

00:07:55: du?

00:07:55: Ja doch, du hast total Recht, Jasmin.

00:07:57: Das ist immer die Frage, was sind denn die Dinge, die uns in Grübel schleifen fangen... Es hat natürlich etwas mit der Realität ganz oft zu tun.

00:08:04: Nicht unbedingt immer, wir sind ja oft im vergangenen Themen unterwegs.

00:08:08: Aber im Arbeitskontext, wenn ich mit Fach- und Führungskräften arbeite sind das arbeitsbezogene Themen die aktuell sehr relevant sind und wo sich leider darstellt dass die bisherigen Strategien einfach nicht zum Erfolg geführt haben sondern man kommt dann in diese Schleife und sagt oh Gott was mache ich nur?

00:08:23: Und das Problem ist ja dass wir hinter dieser starken Emotion oft gar nicht mehr lösungsorientiert denken können.

00:08:28: Das heißt es wird immer schwieriger auch hier für Max gute Lösungen aus sich herauszufinden Das stimmt.

00:08:36: Und du hast total recht, der Dialog mit dem Team muss an einer gewissen Art und Stelle noch mal geführt werden.

00:08:43: Wobei wir natürlich uns auch die Frage stellen, was sind jetzt eigentlich die nächsten Schritte?

00:08:47: Diesen Teamworkshop gab es.

00:08:50: Der wurde irgendwie unter einer internen Moderation in seinen Augen ziemlich versammelt.

00:08:54: also er fand das alles sehr unglücklich.

00:08:56: ich kann das nicht beurteilen aus der Ferne.

00:08:58: aber grundlegend denke ich auch dass so eine Mediation ja fast schon von nöten wären auch vielleicht seine Führungskraft an der Stelle auch noch mal aktiv werden muss.

00:09:08: Also die Frage ist ja, er fühlt sich momentan sehr allein gelassen um das mal auf den Punkt zu bringen.

00:09:13: Ja

00:09:14: also ich höre da auch Selbstzweifel raus ne?

00:09:17: Wenn du eigentlich dann motiviert ankommst, dann merkst okay in die Richtung geht's nicht weiter.

00:09:22: irgendwann an dem Punkt bist dich selber so zu hinterfragen Dann kämpfst Du ja irgendwann nicht mehr für die Sache oder für dein Job sondern kämpft doch irgendwie gegen Dich und deinen eigenen Selbstzweihe an.

00:09:33: Wie

00:09:33: arbeitest du da mit ihm?

00:09:34: Oder wie versucht ihr das irgendwie zu bewerkstelligen.

00:09:39: Grundlegend, bei welche Frage ich natürlich immer mir genauer anschaue ... Die Belastungsfaktoren herrschen in Relationen zu den Emotionen.

00:09:53: Also passt das zusammen!

00:09:54: Ist das verhältnismäßig?

00:09:55: Das ist ja eine ganz schöne Frage, die wir Psychologen uns überstellen.

00:10:02: Manchmal ist sie das nicht.

00:10:03: Das kennen bestimmt auch viele Hörerinnen und Hörern, dass man massiv, impulsiv reagiert, verärgert reagiert und demnach denkt ... Krass war eigentlich der Trigger gar nicht!

00:10:14: Aber mich hat es so getriggert.

00:10:16: Und das hat oft was damit zu tun, dass diese Gefühle die wir haben natürlich auch mit unserer Lerngeschichte zu tun haben mit uns, was wir in unserem Leben so erlebt haben.

00:10:25: Wenn ich mir das jetzt bei Max anschaue muss ich sagen, dass ich sehr gut verstehen kann dass er sehr starke Emotionen hat, weil er eben aufstrebt eigentlich nur Erfolge hat und jetzt konfrontiert wird mit einer für ihn unkontrollierbaren Situation.

00:10:43: Also ich verstehe sehr gut das Max da in sehr starker Emotion kommt.

00:10:50: Und du hast gerade gefragt was machen wir jetzt?

00:10:53: Jetzt müssen wir tatsächlich erst mal schauen wo sind Hebel?

00:10:57: also?

00:10:57: was kannst Du wirklich tun um das zu lösen Und wo sind Hebel auch für dich, damit du deine Emotionen ein Stück weit regulieren kannst?

00:11:06: Dazu musst sie sich aber auch erst mal erkennen und ernst nehmen.

00:11:09: Und spüren dürfen und wahrnehmen.

00:11:12: Aber dann eben auch mit den Emotions zu arbeiten und sich zu fragen wie kann ich denn jetzt aus diesem Ärgermoment auch ein Stück weiter rauskommen?

00:11:21: Also,

00:11:21: sich selbst gesunder quasi wieder rausführen sozusagen.

00:11:25: Also gar nicht unbedingt im Außen versuchen irgendwas zu klären sondern erst mal zu gucken was triggert mich da eigentlich und wieso komme ich aus dem Krübeln auch nicht raus?

00:11:34: also wie ich jetzt weil ich immer wieder um das gleiche Thema mich bewege?

00:11:38: Wie schaffe ich das?

00:11:39: Du sagst, abends nicht abschalten und nicht schlafen können.

00:11:42: Jetzt kann man sagen Entspannungstechniken oder so, diese typischen Sachen.

00:11:46: Abends eben keine E-Mails mehr zu checken aber da scheint ja was zu sein, was er erst mal nicht lösen kann.

00:11:52: Also wie ... Was mache ich da?

00:11:55: Erstmal finde ich das richtig, was du sagst.

00:11:57: Entspanungstehniken sind gar nicht verkehrt.

00:12:00: ne weil du bist den ganzen Tag so stark in deinem Nervensystem Sympathikus gesteuert.

00:12:04: Das ist jetzt so dein Aktivierungssystem.

00:12:07: Und dann macht das total Sinn, abends mal den Parasympathikus ein Stück weit zu aktivieren.

00:12:11: Es ist ja der Gegenspieler, dem brauchst du damit, dass du zur Ruhe kommst und gut schlafen kannst!

00:12:17: Viele Führungskräfte haben einen hochaktiven Sympathrikus und einen völlig passiven Parasypathikuss.

00:12:22: Das heißt die kommen nach Hause und sind total on, ja?

00:12:25: Und dann rattert die Birne.

00:12:27: D.h.,

00:12:27: die Grundlage ist auch etwas, was ich mit Max an der Stelle auch bearbeitet hab.

00:12:31: Die Grundlage war schon irgendwo zu schauen, wie kann ich ein Stück weit mal Nervensystem beruhigen?

00:12:36: Das is ein Baustein!

00:12:37: Aber du hast ja auch recht ... Der löst nicht alles auf.

00:12:40: Nur weil ich eine Entspannungsübung mach, habe ich trotzdem noch das Problem und ärger mich über mich selber, dass ich wieder in dem Meeting die Fassung verloren hab und für dich unprofessionell agiert habe.

00:12:52: Deswegen ... müssen wir immer schauen, dass solche Coachings und die damit anhergehenden Strategien haben verschiedene Ansatzpunkte.

00:13:02: Der eine Ansatzpunkt heißt tatsächlich Beruhigung des Nervensystemes.

00:13:06: Das kann eine Atemtechnik sein oder Entspannungstechnik sein.

00:13:09: Das andere wäre dann wirklich mal herauszufiltern.

00:13:13: Da gibt es eine Technik, die ich auch gleich gerne mal vorstelle ... Was sind eigentlich die Handlungsfelder?

00:13:20: Wo hast du Gestaltungsspielraum?

00:13:23: Und auch da ist aus meiner Erfahrung häufig der Fall, dass es mehr Optionen gibt als du denkst.

00:13:30: Weil du natürlich in deinem Kopf ... Du hast diesen Tunnelblick, der allein durch die Emotionen entsteht und oft gar nicht mehr die Optionen siehst, die vielleicht noch da wären oder viele auch gar nicht zu Ende denkst!

00:13:42: Dann haben wir den dritten Punkt, das werden nämlich die Dinge, die man wirklich nicht verändern kann.

00:13:47: Vielleicht auch Dinge, denen in der Vergangenheit liegen zu sagen, oh Mann, der Max war kreuzunglücklich dass er in dem einen Team-Meeting, wo dann auch Schnittstellenpartner dabei waren.

00:13:56: Die eine Kollegin tatsächlich richtig schroff angefahren hat und anfing zu weinen.

00:14:01: Wo er im Nachhinein sagte, das war ein unangenehmes Weimriegel recht peinlich.

00:14:06: Diese Peinlichkeit, diese Scham ... Nichts was ich rückgängig machen kann?

00:14:12: Und die Frage ist, wie gehe ich damit um?

00:14:13: Da geht es eher um Perspektivwechsel.

00:14:16: Wie kann ich das für mich gut einordnen?

00:14:19: Da haben wir eher die mentale Ebene, mit der wir arbeiten müssen.

00:14:22: Du siehst ... Wenn du mich fragst, wie gehen wir mit so was um?

00:14:27: Dann haben wir verschiedene Techniken, dass wir zur Ruhe kommen, Nervensystem beruhigen und Handlungsfelder identifizieren.

00:14:34: Und andererseits möglicherweise Perspektiven zu wechseln, mental an Themen zu arbeiten.

00:14:41: Und wahrscheinlich auch bestimmte Dinge loszulassen.

00:14:44: Wie Scham, Peinlichkeit in der Situation mit der Kollegin.

00:14:47: Klar kann ich mich im Nachhinein entschuldigen dafür.

00:14:50: Wer vielleicht nicht schlecht ist, das im Außen zu machen.

00:14:53: Aber bestimmte Sachen loszulesassen.

00:14:55: Aber so ein Loslassen im Grübeln ... Vielleicht denken da viele an Resignationen?

00:15:03: Wenn ich das jetzt loslasse, hab ich sie aufgegeben!

00:15:06: Ich muss noch eine Lösung geben.

00:15:08: Ja, total.

00:15:09: Interessanterweise, dass du das Wort sagst gefällt mir.

00:15:12: Resignation weil es kommt in meinen Seminaren ganz oft vor.

00:15:18: Also erst mal was mir ganz oft gesagt wird so der Wunsch ich wünsche mir, dass ist mir egal ist.

00:15:22: Es soll mir egal sein da habe ich resigniert.

00:15:25: Das ist nicht erstrebenswert ne?

00:15:27: Weil der Mensch ist ja ein emotionales Wesen und wenn wir Freude empfinden wollen dann gehört der Schmerz auch dazu.

00:15:35: Das bessere Wort dafür wäre eigentlich die Akzeptanz.

00:15:39: Also zu akzeptieren, dass wir manche Dinge nicht verändern können und das wir auch vielleicht uns an manchen Stellen nicht so verhalten haben wie wir es jetzt im Nachgang ... gewünscht hätten die Situation aber vorbei sind wir sie nicht ändern können.

00:15:56: akzeptieren

00:15:57: wie das ist unser anspruch eigentlich nicht genügt.

00:15:59: aber ich muss jetzt akzeptiert dass es da sich dann nicht genugt hat vielleicht auch genau

00:16:02: akzept und akzeptanz ist eigentlich.

00:16:05: ich finde also wenn man sich die worte auf nebeneinander so hält ich find man spürte es als akzeptant zu resignationen.

00:16:11: ich weiß nicht wie du's empfindest Ja, aber Resignation hat so eine Schwere für mich.

00:16:15: Total ist es so und ich gebe auf ne?

00:16:17: Ich finde keinen Ausweg.

00:16:18: also latsche ich nicht mehr in die Einrichtung oder die andere.

00:16:20: Ich renne einfach gar nicht mehr sondern bleib stehen und leg' mich hin und zieh mir die Decke übern Kopf!

00:16:24: Ja das hat sowas wie so...ich erdulde das jetzt obwohl ich's total äzten finde.

00:16:29: Und ich finde Akzeptanz Das ist weißt du das..Ich kann die Sache auch.

00:16:32: Ich muss es nicht gut finden.

00:16:34: Ich akzeptiere aber, dass es so ist wie's ist.

00:16:37: Also ich schließe Frieden und dieses Friedenschließen ist ja auch ein Frieden für dich selber.

00:16:42: Das berückt dich ja innerlich.

00:16:45: du bist im Frieden mit dir selbst.

00:16:47: Du akzeptierst das es so is wie es ist.

00:16:50: bei der Resignation hast du aufgegeben, da bist du nicht in Frieden.

00:16:52: Da bist du im Widerstand.

00:16:54: Vielleicht bist du auch in dieser inneren Lehre und sagst dann halt nicht.

00:16:59: Aber es geht nicht einher mit einem positiven Gefühl sondern tatsächlich für mich hat das eine sehr negative Valenz und Akzeptanz hat eben diesen Frieden in sich.

00:17:10: Und das ist das Ziel, dass wir uns eben nachts oder am Abend nicht aufreiben mit Dingen die wir eh nicht ändern können, sondern dass wir relativ schnell merken wenn wir grübeln.

00:17:23: ist dieses Grübel sinnvoll?

00:17:25: weil wer vielleicht über Probleme nachdenkt, die wir lösen können?

00:17:28: Oder drehen wir uns im Kreis?

00:17:29: Warum hab ich das nur so gemacht, wie konnte ich nur?

00:17:32: und warum hat der das nur gesagt.

00:17:34: Was hat er sich dabei gedacht?

00:17:36: Diese Schleifen, diese ständigen Fragen, die wir uns stellen ... Die würden wir als dysfunktional, destruktiv beschreiben.

00:17:44: Und die gehen immer mit Hilflosigkeitsgefühlen anher.

00:17:47: Du hast gesagt du hast ein Tool über das sie gerne noch reden würdest.

00:17:50: Ja!

00:17:52: An dem, womit du auch mit ihm arbeitest.

00:17:56: Also das Tool nennt sich der Circle of Influence, wurde entwickelt von Kavi und ist eine Methode die ich unglaublich gerne in Workshops anwende.

00:18:06: Weil es genau darum geht die Frage sich zu stellen wenn ich belastet bin.

00:18:12: Du bist von irgendeiner Situationen belastete.

00:18:14: was an dieser Situation?

00:18:15: sind die Dinge die unveränderbar sind?

00:18:18: Die so sind wie sie?

00:18:20: Und was sind die Dinge, die du verändern könntest?

00:18:22: Wo du zumindest einen Beitrag leisten könntest.

00:18:26: Also wenn wir Max nehmen, dann könnten wir überlegen welche Strategien hat er denn auch nicht gezogen und wären noch möglich zu sagen ich involviere jetzt mal meinen Chef.

00:18:36: zum Beispiel oder wie Du grad gesagt hast Ich rede nochmal gezielt mit der Kollegin, in der ich über den Mund gefahren bin Da möchte ich noch mal ein kleines Gespräch führen.

00:18:45: Oder, ich lass mich jetzt wirklich mal beraten im Hinblick auf eine gute... Also so eine Teamentwicklungsmaßnahme vielleicht manchmal.

00:18:52: Ja, ich

00:18:52: bringe mir für alle Kräppel nicht morgens oder

00:18:55: so!

00:18:55: Das sind ja auch Tätigkeiten.

00:18:56: Du machst ja was?

00:18:58: Was könntest du tun und die Situation zu verbessern?

00:19:00: Und dann gibt es aber auch Dinge wie sie sind.

00:19:04: Also was kannst du nicht verändern?

00:19:06: dass dieses Team vorher einen Chef hatte Und dieses Thema hat diesen Chef geliebt.

00:19:11: Da gab es eine hohe Identifikation und die haben alle einen Verlustschmerz, das kannst du nicht verändern!

00:19:16: Das sind Dinge an denen wir uns aber dann aufreiben.

00:19:20: Wir hängen gedanklich immer da drin.

00:19:22: Dieses Tool schafft erst mal – was ich sehr gerne mache in Coachings – so eine gewisse Ordnung.

00:19:29: Weil dem Betroffene auffällt ... Ich bin ja eigentlich total viel im Circle of Concern.

00:19:38: dem wir nicht kontrollieren können.

00:19:40: Und wenn uns das mal auffällt, wie viel Energie wir aufwenden in diesem Circle of Concernen?

00:19:45: Wie viel Aufmerksamkeit wir den Dingen schenken die wir eh nicht verändern können?

00:19:49: Die gehen ja nur einher mit negativen Gefühlen, Ärger, Hilflosigkeit, Ängste.

00:19:54: damit schaden wir wem und selber und deswegen müssen wir bewusste Entscheidungen treffen und sagen ich richte meine energie auf dass was sich verändern kann und nicht auf das was ich nicht verinnern kann.

00:20:07: Also Circle of Concern, das ist jetzt bei Führungskräften oft der Fall.

00:20:11: Bei Führungskräften wie Max.

00:20:13: Das kennen wir vielleicht auch im privaten Bereich, dass du dich einfach nicht ... Dass du keinen Ausweg findest aus deiner Grübelschleife?

00:20:22: Wie

00:20:22: können die Hörer, wie könnt ihr das konkret anwenden?

00:20:26: Ja genau also.

00:20:30: ich würde meinen Hörern gerne wirklich mal eine ganz konkrete Vorgehensweise vorstellen.

00:20:35: Also, ihr nehmt euch was zu schreiben und mal zwei Kreise an den inneren und äußeren.

00:20:39: In den Äußeren schreibt ihr eben Circle of Concern.

00:20:41: Das sind die Dinge, die ihr nicht verändern könnt.

00:20:43: In der Circle of Influenz sind die Dingen, die ich verändern könnte.

00:20:46: Und ihr neemt jetzt eine konkrete Belastungssituation.

00:20:49: Etwas, das euch ärgert, frustriert, nervt oder auch total enttäuscht hat!

00:20:55: Und jetzt nehm't ihr genau diese Sache und überlegt... Was an dieser Sache?

00:21:01: Kann ich verändern und was ist unveränderbar?

00:21:04: Und Achtung, wenn ihr das jetzt euch die Frage stellt dann wäre es ganz wichtig dass ihr kleinteilig denkt.

00:21:11: Was meine ich damit?

00:21:12: Ich könnte jetzt einfach sagen Du hast beispielsweise ein Konflikt mit deinem Vorgesetzten und jetzt schreibst du in den Circle auf Influenz rein.

00:21:20: Was kann ich machen?

00:21:20: Ich kann mit dem Vorgesetztein Gespräch führen.

00:21:24: So entschied da eine Sache drin.

00:21:27: Dieses Gespräch mit dem vorgesetzten würde ich aber noch gerne bisschen differenzierter betrachten weil Was heißt das denn ein Gespräch mit dem Vorgesetzten?

00:21:34: Also heißt es, du willst zum Beispiel das alleine führen oder nimmst du einen Kollegen mit.

00:21:39: Oder willst du deinen Vorgesetzten direkt konfrontieren mit einer konkreten Verhaltensweise, die dir nicht gefallen hat?

00:21:46: Oder willst Du ganz allgemein über das Thema Zusammenarbeit sprechen.

00:21:49: Also welche Optionen und welche Gesprächsoptionen hast Du?

00:21:53: Das heißt dieser Circle of Influence, da schreibt man nicht nur einfach ein Gespräch mit dem Chef sondern Gespräch Eins wäre diese Variante, Gespräch Zwei wäre diese Version Gespräch Drei wäre diese Variante.

00:22:04: Und

00:22:05: traut

00:22:06: Euch ne ich sage es ganz bewusst Traut euch auch Sachen reinzuschreiben, die ihr von vornherein ausschließt.

00:22:13: Also Max könnte reinschreiben ich kann kündigen das ist in meinem Circle of Influence und Max sagt Quatsch!

00:22:19: Ich würde nicht kündigend Ja okay trotzdem schreiben was rein weil es eine Handlungsoption ist.

00:22:25: Das heißt dieser Circle Of Influence soll uns auch immer wieder zeigen du hast mehr Optionen als du gerade denkst.

00:22:32: Du schließt einige davon aus aber lass uns doch mal alle betrachten eben zu erkennen, da gibt es Optionen.

00:22:42: Das wäre der erste Schritt dahin.

00:22:44: Der zweite Schritt dorthin wäre natürlich zu sagen okay was ist jetzt in meinem Circle of Concern?

00:22:49: Was kann ich nicht beeinflussen?

00:22:51: und das aufzuschreiben.

00:22:54: und diese Dinge gelten für dich wie ein Hinweisreiz für die Zukunft

00:23:00: weil wenn du

00:23:00: morgen Abend wieder an dieser eine Sache denkst, die du dir in dein Circle Of Concern reingeschrieben hast Dann soll es in dir diesen Aha-Moment geben.

00:23:09: Oh!

00:23:10: Circle of concern, ich kann das nicht verändern.

00:23:13: Ich lasse's jetzt

00:23:14: los.".

00:23:15: Das heißt, es geht um bewusste Entscheidungsfindung.

00:23:19: Du kannst nicht den Verhindern, dass der Gedanke in deinen Kopf kommt an den Chef.

00:23:24: Aber du kannst entscheiden wie viel Aufmerksamkeit du diesem Gedanken schenkst.

00:23:28: Das ist mir immer ganz wichtig.

00:23:29: zu sagen, unsere Gedanken kommen und gehen aber wieviel Aufmerksamkeit wir inschenken?

00:23:34: Das ist bewusster Entscheidung.

00:23:37: dass sich das nicht so anfühlt.

00:23:39: Es fühlt sich ja an, als denkt es mich.

00:23:41: Als sitzt da oben einer drin, der die Kordel dreht und ich kann gar nicht anders als zu denken.

00:23:46: Aber macht euch bewusst, das sind Hirnphysiologische Lernprozesse.

00:23:51: Es gibt Menschen, die sind richtige Grübler.

00:23:52: Das Gehirn eines Grüblers hat gelernt immer wieder ins Grübeln zu kommen und zu grübeln bei Problemen.

00:23:58: Das ist wie ein Hilflosigkeitsmechanismus.

00:24:01: Ich will es durchdenken.

00:24:03: vielleicht fällt mir doch noch was ein dass wir uns bewusst machen, wir können unser Gehirn auch umerziehen.

00:24:09: Das ist schon anstrengend, das ist mir klar, es nicht einfach!

00:24:12: Aber der erste Schritt gehört für mich, der Circle of Influence sich bewusstmachen was sind die Dinge wo ich merke, die sind toxisch?

00:24:20: Ich drehe mich im Kreis und komme nicht weiter.

00:24:22: Sich dabei zu ertappen, ich bin ja schon wieder am grübeln und dann umzuschalten Stopp zu sagen Gut es dann immer sich abzulenken weißt du?

00:24:32: Was anderes zu machen?

00:24:33: eine Freundin anzurufen Keine Ahnung, um mit Kuchen zu backen.

00:24:37: Irgendwas zu machen und zu sagen stopp raus aus dem Kopf!

00:24:39: Aber ganz bewusst eben Krübel schleifen zu durchbrechen

00:24:43: Super Vielen Dank Für einmal.

00:24:46: das schöne Fallbeispiel für die Tipps Mit dem Circle of Influence und Circle of Concern Finde ich super interessant.

00:24:54: aber Ich glaube dass braucht tatsächlich Zeit bis man irgendwie Aus diesen einzelnen Punkten rauskommt.

00:24:59: Und du bist noch mittendrin mit Max Ja.

00:25:01: Dafür wünschen wir dir und ihm natürlich

00:25:03: Ganz viel Erfolg.

00:25:04: Danke dir auch, Jasmin.

00:25:07: Wer

00:25:07: führen will muss hören!

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