Folge 5: Positive Führung in verunsichernden Zeiten

Shownotes

Wie gelingt positive Führung – gerade dann, wenn im Team Stress, Unsicherheit und schlechte Stimmung herrschen?

Jedes Team erlebt Phasen, in denen Frust, Konflikte oder Resignation die Zusammenarbeit belasten. Die entscheidende Frage ist: Wie können Führungskräfte damit umgehen, ohne Probleme schönzureden – und gleichzeitig neue Energie ins Team bringen?

In dieser Folge des Healthy Leadership Podcasts sprechen Jasmin Pour und Dr. Miriam Fritsch-Kümpel darüber, warum positive Führung weit mehr ist als gute Laune – und weshalb sie gerade in herausfordernden Zeiten zu den wirksamsten Führungsansätzen gehört.

Anhand eines Praxisbeispiels aus dem Führungskräfte-Coaching zeigen sie, wie ein Team Schritt für Schritt aus einer negativen Teamdynamik herausgefunden hat – und welche konkreten Maßnahmen wirklich einen Unterschied gemacht haben.

Du erfährst unter anderem:

• warum negative Stimmung unsere Wahrnehmung und Kreativität einschränkt

• weshalb Emotionen im Team ansteckend sind – im Positiven wie im Negativen

• wie du auch in schwierigen Zeiten Optimismus fördern kannst, ohne in „Toxic Positivity“ zu verfallen

• welche konkreten Führungsmaßnahmen die Stimmung und Zusammenarbeit im Team nachhaltig verbessern

• wie das PERMA-Lead-Modell dabei hilft, Motivation, Resilienz und Leistungsfähigkeit im Team zu stärken

Dein Take-away:

Positive Führung bedeutet nicht, Probleme zu ignorieren.

Sie bedeutet, Herausforderungen offen anzusprechen und gleichzeitig bewusst den Blick auf Ressourcen, Stärken und gemeinsame Erfolge zu richten. Führungskräfte prägen mit ihrer Haltung die emotionale Kultur ihres Teams – und schaffen damit die Grundlage für Motivation, Resilienz und nachhaltige Leistung.

Zum Abschluss stellt Miriam außerdem die „Four Happy Minutes“ vor – eine wissenschaftlich fundierte Übung, mit der du dein Gehirn Schritt für Schritt darauf trainierst, den Fokus stärker auf positive Erfahrungen und Gestaltungsmöglichkeiten zu richten.

Deine Perspektive zählt:

Wie schaffst du es, auch in stressigen Zeiten eine positive Stimmung in deinem Team zu fördern? Welche Herausforderungen begegnen dir im Führungsalltag?

Schick uns deine Hörerfragen an kontakt@dr-fritsch-kuempel.de – wir greifen sie im Podcast auf und geben dir fundierte, praxisnahe Antworten.

Transkript anzeigen

00:00:04:

00:00:13: In dieser Folge geht's um positive Führung in Stressigen oder vielleicht auch verunsichernen Zeiten.

00:00:19: Wir haben in der letzten Folge darüber gesprochen, wie wir mit den eigenen Emotionen besser umgehen, indem wir sie einfach besser verstehen lernen – also um emotionale Selbstführungen!

00:00:31: Jetzt sprechen wir darüber, dass es ja auch im Team ganz schwierig ist die verschiedenen Emotionen irgendwie zu steuern.

00:00:38: Dass meine eigene aufs Team abfärbt vor allen Dingen wenn's dann vielleicht noch Probleme gibt oder Stress.

00:00:44: Absolut da hast du total recht.

00:00:46: ich erlebe immer wieder Führungskräfte die selber stark unter ihren eigenen negativen Emotionen leiden, aber gleichzeitig auch die sagen, mein Team ist irgendwie im permanenten Jammermodus.

00:00:58: Bei uns herrschen nur Stress, bei uns herrschten Konflikte.

00:01:01: Also wo überall negative Emotion herrscht und ich verstehe durchaus jede Führungskraft, die sich überfordert fühlt und sagt wie gehe ich jetzt mit den Emotions in meinem Team um?

00:01:12: Solche Emotionen um.

00:01:13: Eigentlich sind wir da fast wie beim letzten Mal in der Folge damit konfrontiert, erst mal zu verstehen was ist los?

00:01:21: Der Dialog mit dem Team muss ja her.

00:01:22: Es muss die Frage auch geklärt werden.

00:01:26: Was läuft bei uns nicht so, wie es eigentlich sein sollte?

00:01:28: Ich finde immer ein Dreiklang ganz schön an Fragen

00:01:31: ...

00:01:32: Was läuft gut?

00:01:32: Weil der Blick aufs Positive, der ist wertvoll.

00:01:35: Aber auch die Frage was läuft nicht gut.

00:01:37: und dann das Dritte, was müssten wir eigentlich anders machen?

00:01:40: also ich muss schon die Bereitschaften den Mut haben als Führungskraft da genauer hinzuschauen.

00:01:45: Was bewegt meine Mitarbeitenden im Team?

00:01:48: Ist das nicht so vielschichtig?

00:01:50: weil es ja oft das Außen was noch mit reinwirkt was ich vielleicht in meiner kleinen Bubble-Team gar nicht vielleicht beeinflussen kann.

00:01:58: Sei es das kommt nochmal weiter von oben Oder es sind auch ganz eigene Befindlichkeiten der Teammitglieder.

00:02:04: Die muss sich ja erst mal aufdecken und viele wollen nicht drüber reden?

00:02:08: Es ist so komplex, multifaktoriell.

00:02:11: eine Stimmungslage im Team bedingt sich durch ganz viele Faktoren.

00:02:14: Und einige davon hat das Team im Griff andere sind individuell bedingt.

00:02:18: dann gibt's aber auch Themen wie du grade sagst die beziehen eher ... Das geht um unternehmerische oder abteilungsbezogene Aspekte die das Team belasten absolut.

00:02:28: Man kann nicht sagen, auch lass uns mal unsere Punkte identifizieren und dann drehen wir da mal drei Schrauben und dann ist alles wieder gut.

00:02:36: aber der erste Schritt ist ja in jedem Fall deine Aufmerksamkeit als Führungskraft auf das Team zu richten und erstmal die Frage zu stellen hey Leute was ist los?

00:02:45: Ich finde es auch total wichtig dass ich als Fährungskraft in der Lage bin vor meinem Team meine eigenen Emotionen zu benennen.

00:02:52: Vielleicht zu sagen, ich bin auch gerade total gestresst und für mich ist das gerade eine ganz anstrengende Zeit.

00:02:57: oder ich frag mich was ist denn los?

00:03:00: Ich bin irgendwie so ein Stück weit irritiert, ich weiß manchmal gar nicht, ich nehme Stimmungen wahr bei uns im Team.

00:03:05: hey!

00:03:05: Was ist

00:03:05: los?!

00:03:06: Also da in den Austausch zu gehen halte ich für extrem wichtig die Emotionen dem Team zu verstehen.

00:03:11: Denn wenn ich nicht gut drauf bin, wenn meine Stimmung schlecht Ist ja einfach auch keine gute Leistung abrufbar.

00:03:18: Ja, absolut!

00:03:19: Also das ist ja eine eindeutige Korrelation die es ja unstrittig zu sagen wenn Menschen kein Wohlbefinden haben dann schwindet Leistungen, dann schwindet Kreativität.

00:03:28: Es ist ganz spannend dass man wirklich herausgefunden hat Wenn Menschen ne negative Stimmung haben Dann sehen sie automatisch nur das Negative.

00:03:37: Gibt es so eine talspannende Studie?

00:03:39: Da hat man Folgendes gemacht.

00:03:41: Man hat Probandengruppen nach Stimmungslage gescreent, also man hatte ganz einfach gesprochen eine gut gelaunte Gruppe und ein schlecht gelaunte Gruppe.

00:03:49: Und beide Gruppen haben genau die gleiche Aufgabe gekriegt.

00:03:52: Jeder Einzelne hatte die Aufgabe, eine Zeitung zu durchblättern und die Anzahl der Bilder zu zählen in dieser Zeitung.

00:04:00: So, Achtung.

00:04:01: Das Ergebnis war, wenn du dir Hundert Leute in der einen Gruppe und hundert Leute an einer Gruppe vorstellst, sind das ja mal Mittelwerte?

00:04:06: Die eine Gruppe hat im Schnitt ... Und es ist die negativ gestimmte Gruppe, hat im schnitt drei Minuten gebraucht um die Bilder zu zählen und die positivgestimmte gruppe hat drei Sekunden gebrauchen.

00:04:18: Da fragt man sich her, geht denn das?

00:04:20: Ja genau!

00:04:21: Auf der ersten Seite dieser Zeitschrift war eine Kleine Anzeige.

00:04:24: Da stand, Sie können hier aufhören zu lesen in dieser Zeitzchrift sind ... Quatsch!

00:04:29: Wer sieht's?

00:04:30: Ehrlich?

00:04:30: Ja.

00:04:31: Die positiv gestimmten Sehns die negativ gestimmte Sehnts nicht.

00:04:35: also man hat quasi ein Brett vor dem Kopf.

00:04:37: Aha, das ist ja voll interessant und wie so ne kleine Ameise fängt man dann an sich erst mal durchzuerkern Genau.

00:04:44: Ich akkamal, weil mir wurde gesagt, ich soll das zählen!

00:04:47: So

00:04:47: ungefähr du hast eine ganz eingeengte Wahrnehmung Menschen die... und das ist eben das Spannende.

00:04:52: Weißt Du wenn du diese negativen Emotionen hast dann bist du weniger kreativ Dann bist du problemorientiert Und du siehst automatisch nur dass negative Weil dein Gehirn quasi Konditioniert ist auf die wahrnehmungen des Negativen.

00:05:05: Das kann man zum Beispiel auch zeigen.

00:05:08: Menschen die sich immer Sorgen machen Da ist die Amygdala in diesem Gehirn das Stresszentrum, das Angstzentrum.

00:05:14: Die Alarmanlage quasi im unserem Gehirnen viel größer, viel dichter mit Nervenfasern durchzogen.

00:05:19: weil das ganze Gehirne ja permanent in diesem Alarmmodus ist und weil du diese ausgeprägte Amygdarla hast siehst du auch nur Gefahrenreize.

00:05:27: und weil Du nur Gefahrenreize siehst, hast Du natürlich auch immer die Angst und Deiner Amygdalas aktiviert und weil die aktiviert ist siehst Du wieder nur gefahrenreizt.

00:05:34: so Du siehst dass es ein Teufelskreis

00:05:37: Ist das ein Gruppenphänomen?

00:05:38: Also verstärkt sich das, wenn ich mich viel mit Menschen umgebe.

00:05:43: Ich verbringe viel Zeit mit dir und du bist immer schlecht drauf ... Ja,

00:05:47: natürlich.

00:05:50: Wenn wir zwei uns jetzt nur unterhalten würden über all das, was schlecht ist im Leben und alles Schlimmes kommen könnte, dann fördert die Emotionen Angst.

00:05:58: Es war ja auch in der Corona-Zeit so ... Wir erinnersten sich dieses, als wir permanent mit Infektionszahlen konfrontiert wurden hier und da überall diese News, die sehr bedrohlich waren, wenn man nicht eine bewusste Entscheidung getroffen hat zu sagen, Ich guck jetzt einmal am Tag Nachrichten und ansonsten mach ich das Ding aus.

00:06:17: Dann zwar quasi dein Gehirn ja permanent konfrontiert mit diesen Gefahrenreizen, ne?

00:06:21: Und deswegen hat ihr auch dazu geführt dass die Menschen in eine massive Belastung gerutscht sind viele Angststörungen, die waren in dieser Zeit absolut auf dem Vormarsch.

00:06:31: also das hatte natürlich auch Berechtigung weil die Gefahr war da und gleichzeitig triffst du doch eine Entscheidung.

00:06:38: wie viel Informationen nehme ich jeden tag auf und biete ich meinem Gehirn an mit der Überschrift Gefahr.

00:06:46: Und da ein Stück weit auch Entscheidungen zu treffen, so ganz bewusst gucke ich mir jetzt mal einen lustigen Film an und lasse die Nachrichten aus.

00:06:54: Also bedeutet Ich kann diese Amygdala meiner Amygdarla auch wieder schrumpfen lassen?

00:06:59: Wie mache ich das?

00:07:00: also?

00:07:00: indem ich mich bewusst weglenke

00:07:02: ja Genau.

00:07:03: Gefährliche

00:07:04: Sachen mache und merke, ich muss keine Angst haben, weil mir passiert nicht ...

00:07:09: Nee, das wäre eher so eine ... Das was du grade anspricht ist ja ein bisschen so eine Desensibilisierungstherapie.

00:07:16: Leute die wirklich ne Angststörung haben, die dann wirklich sagen okay, Flugangsten, naja gut, irgendwann musst du fliegen um die Angst zu verlieren.

00:07:23: Weil Vermeidung deiner Angst verstärkt.

00:07:25: Aber wir reden jetzt mal vom Psychischgesunden.

00:07:27: Das sind auch meine Teilnehmer an die Führungskräfte die Fachkräfte, mit denen ich arbeite.

00:07:33: Das sind ja in der Regel psychisch gesunde Menschen.

00:07:35: Die haben vielleicht Stress und fühlen sich auch an mancher Stelle belastet aber sie sind psychisch gesund.

00:07:39: Und was ich diesen Menschen empfehlen kann ist natürlich immer wieder auch die Aufmerksamkeit auf das positive Zurichten im Alltag.

00:07:47: So,

00:07:47: d.h.,

00:07:48: wenn ich jetzt mal auf das Individuum schaue, ich als eine Führungskraft dann geht es ja um die Frage wie starte ich denn eigentlich den Tag?

00:07:56: Und dann macht es total Sinn, sich vor Augen zu halten.

00:07:59: auf was freue ich mich heute oder für was bin ich dankbar.

00:08:03: Oder vielleicht auch was möchte ich mir denn heute vornehmen dass das ein guter Tag wird also diese bewusste Entscheidung zu treffen.

00:08:10: ja was möchte Ich Heute tun um einen Beitrag Zu leisten und abends in so eine reflektion auch zu kommen?

00:08:15: Was war den gut?

00:08:16: Das ist das entscheidende Für Mich und das kann ich jetzt wenn wir eben von teams sprechen und da gerade haben wir gesagt naja Teams mit einer schlechten stimmung auch immer wieder nicht nur zu gucken, was ist schlecht gelaufen.

00:08:29: Sondern immer wieder auch zu schauen, was sind gut gelaufen?

00:08:31: Also vielleicht wirklich diesen Joe Fix das Meeting, was wir einmal in der Woche gemeinsam haben, das zu gestalten unter der Überschrift ... Nennt jeder überlegt sich eine Sache oder schaut noch mal in die letzte Woche, was für ein positives Erlebnis es gab und darüber auch zu berichten anstatt nur die Probleme vor Augen zu

00:08:50: halten.

00:08:50: Also Optimismus trainieren!

00:08:52: Ja,

00:08:53: im Prinzip könnte man das sagen.

00:08:54: Man trainiert Optimismus weil wir unserem Gehirn ständig positive Reize anbieten und du sagst grad Trainieren?

00:09:02: Im Prinzip ja ist es wie ein Trainingsprogramm.

00:09:06: Man hat herausgefunden dass man im Schnitt sechsundsechzig Tage braucht um wirklich so ein positives Denken, so einen Optimismus quasi zu automatisieren.

00:09:17: Also wenn ich mir eben jeden Morgen diese Fragen stelle, was ist gut?

00:09:21: Was bin ich dankbar an abends in diese Reflexion gehe?

00:09:24: Dann braucht man im Durchschnitt sechsundsechzig Tage das sich wirklich das Wohlbefinden verändert hat ins Positive.

00:09:33: dann kommt nämlich weil du quasi sechszechzig Tage diesem Trainingsprogramm gefolgt bist und dein Gehirn versucht, das Positive zu finden im Alltag.

00:09:42: Nach sechszehntzig Tagen im Schnitt wachst du morgens auf und die Frage kommt halt automatisch in deinen Kopf, was freue ich mich denn heute?

00:09:49: Das kann man trainieren!

00:09:51: Und das ist eben die gute Nachricht für all diejenigen, die sagen, oh Mensch irgendwie fällt es mir schwer, das positive zu sehen.

00:09:57: Na ja wahrscheinlich hast Du Deinen Gehirnen auf die Wahrnehmung des Negativen trainiert.

00:10:02: Und ich finde es auch immer wieder wichtig zu sagen, da geht's mir nicht um Schuld oder Verantwortung sondern es gibt ja auch Gründe warum Menschen in ein vielleicht sehr skeptisches pessimistisches in so eine Grundhaltung gekommen sind durch ihre Lernerfahrungen und gleichzeitig die gute Botschaft mitzubringen dass das eben nicht in Stein gemeißelt ist sondern dass wir das verändern können.

00:10:22: Und trotzdem muss man ja nicht mit einem Dauergrinsen durch die Welt laufen, weil immer nur optimistisch zu sein und irgendwie zu verkennen.

00:10:29: Da gibt's aber vielleicht wirklich ein Problem oder das läuft schief?

00:10:33: Vielleicht auch in mir drin, in dir drin... Also wo liegt da die Grenze?

00:10:38: Zwischen Optimismus und vielleicht auch schön Farberei.

00:10:42: Ja,

00:10:42: das stimmt.

00:10:43: Gerade so dieses Toxic Positivity-Konkurrent

00:10:46: im Kopf?

00:10:46: Genau!

00:10:47: Weil da denkt man auch genau ja toll bei dir ist immer alles super und es gibt keine Probleme weil da veräppelt man sich dann vielleicht auch selber.

00:10:54: Und das ist glaube ich auch noch mal wichtig an der Stelle zu betonen dass die positive Psychologie an sich... Das ist wirklich eine Fachrichtung der Psychologie in der viel geforscht wird.

00:11:03: also nicht einfach hat sich manchmal jemand ausgedacht sondern eine tolle wissenschaftliche Grundlage auch, dass es eben darum geht, beidem Raum zu geben.

00:11:13: Nur evolutionsbiologisch sind wir ja automatisch auf die Wahrnehmung des Negativen fokussiert.

00:11:18: also wenn ich ein Urzeitjäger bin und entspannt durch den Wald laufe und denkt oh, mir passiert nix da war ich der erste der gefressen wurde.

00:11:25: Also deswegen das macht schon Sinn, dass wir die Gefahren im Blick haben.

00:11:28: So

00:11:29: Fight and Flight!

00:11:30: Genau, aber das Zentrale ist Also irgendwie sichert es dann unter Überleben, wenn du immer die Gefahren antizipierst.

00:11:36: Aber das macht eine schlechte Stimmung.

00:11:38: Ist ja logisch!

00:11:38: Weil wenn ich immer nur in Gefahren denke ... Da komme ich nie ernst.

00:11:42: Eigentlich würde ich sagen, eine gute Führungskraft ist eigentlich niemand der sich immer nur durchboxt aus Schiss davor zu versagen und immer weiter strampelt und rennt sondern einer, der ganz bewusst da durchgeht und versucht auf dem Weg alles im Blick zu behalten an Emotionen und vor allen Dingen auch sich selber nicht?

00:12:01: Ja

00:12:02: genau Also mit sich selbst verbunden sein, mit den eigenen negativen Emotionen.

00:12:06: Da haben wir ja in der letzten Folge auch drüber gesprochen, die eigenen Emotien verstehen und anzunehmen und auch in einem gewissen Selbstmitgefühl zu sein.

00:12:14: ist es okay dass ich jetzt enttäuscht bin beispielsweise.

00:12:17: Genau weil du hast dieses Beispiel von dem Team das möchte ich jetzt auf jeden Fall noch hören.

00:12:21: Du hast nämlich am Anfang zu mir gesagt als wir noch nicht aufgenommen haben Ich hab da ein Beispiel von einem Team, das eigentlich immer nur gejammert hat.

00:12:30: Die Führungskraft war irgendwie überfordert damit und wusste gar nicht mehr weiter?

00:12:34: Ja klar!

00:12:34: Das ist eine Führungskraft, die dieses Team übernommen hatte.

00:12:38: In diesem Team war einfach ne schlechte Stimmung, Resignationen... ...die Führungenskraft, die davor da war, hatte glaube ich einen unglücklichen Führingsstil.

00:12:44: Also der Fakt ist diese Führerskraft hat dieses Team übernommen und war konfrontiert mit so nem Jammer-Modus.

00:12:49: Also quasi jetzt sich das Team in dieser Opferrolle gesehen und war null in der Gestalterrolle.

00:12:56: Ich glaub, das Wichtigste was wir im Coaching rausgearbeitet haben war vor allem erst mal Geduld zu haben.

00:13:01: Also auch davon sich selber nicht so viel zu erwarten zu sagen weil ich jetzt mal eine Teamübung mache und zu sagen komm lass uns mal aus Positive schauen dass ich dieses eingefleischte Denkmuster der Teammitglieder natürlich deswegen nicht durchbrechen kann.

00:13:13: aber wir haben noch ... Das wäre kurz ne?

00:13:18: Weil ich sag mal, sechsundsechzig Tage ist die Zahl die wir anlegen, wenn es darum geht das eigene Gehirn darauf zu trainieren.

00:13:26: Wenn es darumgeht wirklich nachhaltig was im Team zu verändern würde ich behaupten dass das wahrscheinlich noch ein bisschen längeren Atem braucht weil gerade ne?

00:13:33: Wenn sich so eine Team-Dynamik auch sehr negativ breit gemacht hat dann sind das schon Strukturen da wird's herausfordernd.

00:13:40: also Was hat diese Führungskraft gemacht?

00:13:43: Das ist glaube ich wichtig dass wir mal darüber sprechen.

00:13:46: Also Nummer eins Geduld haben.

00:13:49: Nummer zwei war dann wirklich solche Fragen einzuführen, sich mehr zu treffen.

00:13:57: Also das gab es zum Beispiel weniger und die haben sich so gut wie ... Es gab diesen Joe Fix, weiß ich nicht alle drei, vier Wochen Und meine Führungskraft, die ich im Coaching hatte, hat gesagt so.

00:14:06: Ich mach das jetzt jede Woche konsequent und jede Woche Konsequenz schauen wir auch auf das Positive.

00:14:11: Das war das eine.

00:14:12: Dann hat diese Führungskraft aber tolle gemeinsame Momente geschaffen.

00:14:15: Es gab da einen Aufenthaltsraum, da hat der ein Kicker reingestellt.

00:14:18: Also weißt du solche ... Ja cool!

00:14:20: So ist sich bewusst zu überlegen was kann nicht dann machen dass so ne gewisse bessere Stimmung entsteht?

00:14:25: Da ist man wirklich ja mit dem Kopf weg vom Job beim Kickern.

00:14:28: Ja genau, man ist weg und man lacht gemeinsam.

00:14:31: also das war eine super Idee.

00:14:33: was er auch gemacht hat, mehr auf Erfolge zu schauen.

00:14:37: Und zwar nicht die Großen!

00:14:38: Sondern immer zu gucken, wo war ein kleiner Beitrag, den einer geleistet hat?

00:14:42: Dass ihm im Team zu besprechen, transparent zu machen, gemeinsam Erfolger auch zu feiern.

00:14:47: Das heißt, er hat ganz gezielt im Alltag geschaut, wo gibt es denn positive Aspekte, die ich daraus filtern kann und was er immer wieder gezeigt hat, wie das Team einen Beitrag leistet zum größeren Ganzen.

00:15:02: Also dieses ... Sinn erleben zu fördern, dass war eben auch ein ganz zentraler Mehrwert den diese Führungskraft geleistet hat.

00:15:11: Boah,

00:15:11: stell ich mir sehr herausfordernd vor!

00:15:14: Weil du ja jeden Einzelnen irgendwie catchen musst ne?

00:15:17: Also weil du ja wirklich jeden mitnehmen musst.

00:15:19: Einer belächelt dich dann vielleicht und denkt sich, guck mal da versucht er uns jetzt irgendwie bessere Stimmung zu machen, schöner Versuch.

00:15:27: Es gibt ja bestimmt auch so gefrustete Menschen die dann sagen, bringt bei mir alles nix.

00:15:31: Jetzt gib dir mal ein bisschen mehr Mühe!

00:15:34: Du musst halt

00:15:35: offen sein?

00:15:36: Ja und dein ... genau.

00:15:38: also du brauchst die Offenheit für jeden Einzelnen.

00:15:41: Also du brauchest ja nicht nur das was natürlich fatal wäre immer nur in Gruppenformaten zusammenzukommen.

00:15:47: Was ich ja gerade beschrieben hab waren so Gruppenmaßnahmen.

00:15:50: aber natürlich hat diese Führungskraft sich immer und zwar jede Woche Zeit genommen für ein eins zu eins.

00:15:58: Die Frage ist, wie sieht das eins-zu-eins aus?

00:16:00: Ich plädiere nicht dafür, dass wir sagen müssen jetzt jede Woche in Meeting haben mit jeder einzelnen Person im Team.

00:16:05: Gerade wenn wir vielleicht dreizehn Leute im Team haben, ist es ganz schön habig viel Zeit zu investieren.

00:16:11: Aber weißt du so einen kurzer Anruf vor dem Wochenende zu sagen hey, wir haben uns die Woche noch nicht gehört.

00:16:14: ich wollte ein schönes Wochenende wünschen.

00:16:16: mitten in der Woche mal zu überlegen wen habe ich denn diese Woche noch die da sich mal kurz zu melden.

00:16:21: Das heißt, immer einen Kontakt zu ermöglichen und ich glaub das ist die wichtigste Frage, weißt du?

00:16:26: Wenn du so ein Widerstand wahrnimmst als Führungskraft und irgendwie jemand immer noch in diesem Jammermodus bleibt und dir immer nur erzählt warum die Dinge nicht gehen.

00:16:33: Zu sagen okay was brauchst du von mir damit du mitgehen kannst?

00:16:39: Also, die Verantwortungsübernahme zu sehen.

00:16:41: Ja okay nicht ich als Führungskraft bin jetzt alleinig dafür verantwortlich sondern ich frage dich was kann ich tun damit du dich bewegst?

00:16:49: Und das ist eben wichtig dieses auch das Individuum in den Blick zu nehmen und gleichzeitig aber die Gruppendynamik.

00:16:56: deswegen ist es immer das geht Hand in Hand Einzelgespräche Kontakt zu jedem einzelnen und gleichzeitig auch gute Formate zu schaffen in denen so eine Begegnungen möglich ist und ein gegenseitiges Miteinander und Coaching auch gegenseitig Unterstützung möglich wird.

00:17:11: Das ist ganz zentral.

00:17:14: Dann bist du eine Führungskraft definitiv, die wie so ein Fels in der Brandung ist mit einem extrem starken breiten Schulter.

00:17:20: Also finde ich schon ganz stark was diese Führungskraft da hingekriegt hat und geleistet hat, aber offenbar hat es funktioniert als Team aus dem Jammern rausgekommen.

00:17:31: Mir ist auch wichtig zu sagen, wir lassen die Kirche im Dorf.

00:17:34: Das ist nicht das beste Team der Welt.

00:17:37: Du hast Persönlichkeitsgrundstrukturen, die veränderst du als Führungskraft ja nicht.

00:17:41: Aber was möglich war, ist genau das, was er ermöglicht hat, dass die Stimmung besser geworden

00:17:47: ist.

00:17:47: Und das muss er offenbar wieder akzeptieren, bis zum gewissen Punkt kommt?

00:17:52: Absolut.

00:17:52: Das zu erkennen ist ja auch wiederum nicht einfach, ne?

00:17:55: Bei jeder

00:17:55: Strategie du anwendest musst du dir überlegen das ist eine gute Strategie und gleichzeitig braucht sie ja auch dein Gegenüber.

00:18:01: also wenn ein Gegenüber nicht kooperieren will dann strampelst du dich ab mit deinen Strategien.

00:18:06: Also irgendwie gucken was sind Führungsstrategien die ich anwenden kann?

00:18:10: Und diese Führungstrategin hat diese Fährungskraft angewendet.

00:18:15: Ich gebe meinen Hörern einfach kurz eine kleine Empfehlung mit, zwar die Führung, die diese Führungskraft gezeigt hat baut auf einem Modell auf.

00:18:23: das nennt sich Permalit.

00:18:25: ein ganz tolles Modell entwickelt von Ebner auch ne Größe im Bereich der positiven Psychologie und er plädiert eben dafür dass so eine positive Führungen fünf Aspekte berücksichtigt.

00:18:39: P steht eben für die positiven Emotionen, die haben wir uns gerade angeschaut.

00:18:42: Was kann ich als Führungskraft tun um positive Emotion in meinem Team zu fördern?

00:18:47: Das E steht für Engagement.

00:18:49: also wie kann ich das Engagement fördern?

00:18:51: insbesondere wie kann Ich stärken fördern und ausbauen den Blick auf Stärken forcieren dass er Perma, genau steht das R für Relationships.

00:19:02: Also wie kann ich ein gutes Miteinander fördern?

00:19:05: Da habe ich gerade so schön den Kicker genannt.

00:19:08: Das M steht für Meaning, sinnhafte Arbeit, den Bezug zum Großen Ganzen herzustellen.

00:19:15: Das hat die Führungskraft ja auch getan.

00:19:16: und das A steht für Accomplishment, Erfolgefeiern.

00:19:20: wirklich zu gucken.

00:19:22: Welche Erfolgen haben wir immer wieder zu gucken?

00:19:24: Das können die kleinsten Dinge sein, die zu benennen dass es eben das, was wir empfehlen können und das Spannende ist.

00:19:30: Wenn Menschen so führen dann hat sich gezeigt, dass das Hochleistungsteams ermöglicht weil Menschen die so geführt werden in viel geringeres Burnout Risiko haben, die Teams sind resilienter, Menschen mitarbeitende können leichter abschalten und mittendarbeitende sind auch leistungsstärker nach dem Permalit-Modell geführt werden.

00:19:54: Das muss man eben schon sehen, dass das nicht nur was ist, was sich ganz gut anfühlt, sondern es auch wieder ein Leistungssteigerungsmittel quasi.

00:20:03: Cool!

00:20:04: Ich bleibe dabei.

00:20:05: immer wenn wir hier miteinander sprechen, muss ich daran denken, dass der Podcast eigentlich nicht nur für Führungskräfte ist, sondern ... Ist ja stimmt.

00:20:12: Es ist wirklich auch ja was, ne?

00:20:13: Ich als Mama von drei Kindern, du erst mal von ... Wir sind ja auch Führungskräfte einer Familie und das ist ja wirklich etwas, Taktik dich auch im privaten Leben machst, dass du dein Team unter Kontrolle ... Dass du die steuern musst.

00:20:28: Dass du auf jeden Einzelnen guckst und zeigst was Großartiges leisten und schaffen.

00:20:34: Da muss ich immer wieder dran denken, dass hier wirklich jeder etwas mitnehmen kann.

00:20:37: Du möchtest noch einen Tool mitgeben?

00:20:39: Ja!

00:20:41: For Happy Minutes.

00:20:42: Was ist das?

00:20:43: Das

00:20:43: beziehe ich jetzt, weil du gerade gesagt hast, also dieser Podcast stimmt der is ... Ich liebe Führungskräfte, aber ich glaube auch, dass es wichtig ist für

00:20:50: ihn.

00:20:50: Und gerade diese Four Happy Minutes sind eine Technik für jeden.

00:20:54: Ich hatte vorhin beschrieben, dass unser Gehirn positive Emotionen lernen kann.

00:20:59: Das heißt wir müssen unsere Wahrnehmungsbrille umpolen von diesem Blick des Negativen auf das Positive und das Trainingsprogramm, was ich empfehle, findet sich übrigens auch in meinem Buch.

00:21:10: Keep it cool!

00:21:17: Was nehme ich mir heute vor, damit es guter Tag wird?

00:21:20: Abends noch mal zwei Minuten.

00:21:22: Einmal mit der Frage was war heute gut?

00:21:25: und dann die Frage warum war's gut?

00:21:27: also was war mein Beitrag?

00:21:28: weil das stärkt deine Selbstwirksamkeit dass du siehst die positiven Dinge.

00:21:32: die fallen nicht vom Himmel die hast du selber

00:21:33: bewirkt.

00:21:34: Super mache ich direkt nachher.

00:21:39: Danke auch Jasmin.

00:21:40: Wer führen will muss hören.

00:21:43: Der Healthy Leadership Podcast mit Jasmin Fuhr und Dr.

00:21:47: Miriam Fritschküppel.

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